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Entscheidungsarchitektur im Unternehmen

  • Writer: Sandra Dombrowsky
    Sandra Dombrowsky
  • 2 days ago
  • 3 min read

Warum gute Entscheidungen Struktur brauchen und wie Atlassian dabei unterstützt, sie nachvollziehbar umzusetzen

 

Unternehmen investieren viel in operative Prozesse, Tools und Automatisierung – und dennoch entstehen täglich Entscheidungen, die:

  • unklar verteilt sind

  • schlecht dokumentiert werden

  • schwer nachvollziehbar sind

  • oder sich widersprechen


Das Problem liegt selten in mangelnder Kompetenz, meist fehlt etwas Grundlegenderes: eine bewusste Entscheidungsarchitektur.

Dieser Beitrag zeigt, was Entscheidungsarchitektur bedeutet, warum sie für Organisationen jeder Größe relevant ist – und wie sie sich mit der Atlassian-Plattform nachhaltig umsetzen lässt.


Entscheidungen sind ein eigenes System


Während operative Prozesse in vielen Organisationen klar beschrieben sind, bleiben Entscheidungsprozesse häufig implizit.


Dies zeigt sich insbesondere in folgenden Situationen:

  • Unerwartete Entscheidungsbedarfe führen zu Überforderung

  • Verantwortlichkeiten sind nicht eindeutig geregelt

  • Eskalationen erfolgen situativ statt entlang klarer Kriterien

  • Entscheidungen werden – wenn überhaupt – erst im Nachgang dokumentiert


Dabei sind Entscheidungen kein Nebenprodukt, sondern ein zentrales Steuerungselement von Organisationen.


Entscheidungsarchitektur bedeutet, dieses System sichtbar, gestaltbar und steuerbar zu machen und die beteiligten Akteure so vorzubereiten, dass sie in Entscheidungssituationen handlungssicher agieren und Unsicherheiten sowie Konflikte minimiert werden.

 


Entscheidungsarchitektur wirkt auf drei Ebenen:


Operative Ebene – Struktur & Prozesse


Ziel: Entscheidungen beherrschbar machen

  • Entscheidungsprozesse werden sichtbar

  • Entscheidungswege, Rollen und Eskalationen sind klar definiert

  • Entscheidungen sind gestaltbar und steuerbar

Fokus: Wie wird entschieden?


Menschliche Ebene – Handlungssicherheit & Orientierung


Ziel: Menschen auf Entscheidungen vorbereiten

  • Klarheit darüber, wer wann wie entscheiden soll

  • Reduktion von Unsicherheit, Überforderung und Konflikten

  • Erhöhung von Handlungssicherheit in kritischen Situationen

Fokus: Wer entscheidet – und mit welcher Sicherheit?


Governance-Ebene – Transparenz & Nachvollziehbarkeit


Ziel: Entscheidungen verantwortbar machen

  • Entscheidungen sind transparent und nachvollziehbar

  • Entscheidungsgrundlagen und -wege sind dokumentiert

  • Prüfbarkeit (Auditierbarkeit) und Rechenschaft werden ermöglicht

Fokus: Warum wurde wie entschieden – und ist es überprüfbar?

 

Atlassian als Plattform für Entscheidungsarchitektur


Die Stärke von Atlassian liegt darin, Entscheidungen nicht isoliert zu betrachten, sondern in den Arbeitskontext einzubetten:

  • Jira strukturiert Arbeit, Status und Entscheidungsbedarfe

  • Confluence dokumentiert Hintergründe, Regeln und Beschlüsse

  • Rollen, Berechtigungen und Workflows bilden Governance ab

  • Automationen unterstützen, ohne Verantwortung zu ersetzen


So entstehen entscheidungsfähige Prozesse, die alle oben aufgeführten Ebenen der Entscheidungsarchitektur abbilden.

 

Analyse


Bei der Gestaltung einer tragfähigen Entscheidungsarchitektur ist eine fundierte Analyse der formalen Organisationsstruktur ebenso wichtig wie das Verständnis der informell gelebten Kultur. Entscheidungen folgen selten nur Organigrammen – sie entstehen in Spannungsfeldern aus Verantwortung, Erfahrung und gelebter Praxis.


Im Zentrum dieser Analyse stehen Fragen wie:

  • Welche Arten von Entscheidungen gibt es?Operative, taktische und strategische Entscheidungen folgen unterschiedlichen Logiken und benötigen unterschiedliche Rahmenbedingungen.

  • Wer entscheidet was – und wer bewusst nicht?Klare Abgrenzungen schaffen Geschwindigkeit und vermeiden Reibung.

  • Auf welcher Grundlage wird entschieden?Daten, definierte Regeln oder Erfahrungswerte müssen explizit gemacht werden, um Entscheidungen nachvollziehbar und reproduzierbar zu gestalten.

  • Wie werden Entscheidungen vorbereitet, getroffen und dokumentiert?Strukturierte Vorbereitung ist oft entscheidender als der eigentliche Entscheidungsakt.

  • Welche Entscheidungen sind delegierbar, welche nicht?Während viele Entscheidungen sinnvoll delegiert werden können, müssen andere bewusst auf einer höheren Ebene verankert bleiben.


Diese Fragestellungen sind kein Selbstzweck. Sie bilden die Brücke zwischen Analyse und Umsetzung: Erst wenn Entscheidungslogiken, Rollen und Verantwortlichkeiten klar sind, lassen sie sich sinnvoll in Workflows, Rollenmodelle, Berechtigungen und Dokumentationsstrukturen überführen.

So werden Entscheidungen nicht nur getroffen, sondern systematisch unterstützt, transparent dokumentiert und nachhaltig steuerbar gemacht.

 

Umsetzung


1. Entscheidungen als eigene Vorgänge

  • Entscheidungen werden als eigener Vorgangstyp modelliert

  • Jede Entscheidung besitzt:

    • klaren Entscheidungsgegenstand

    • definierte Optionen und Ergebnis

    • verantwortliche Rollen

    • Verlinkung zu auslösenden operativen Vorgängen

Einbettung:

  • entweder direkt in operativen Projekten

  • oder zentral gebündelt in eigenen Entscheidungsprojekten(z. B. Management-Entscheidungen, Architekturentscheidungen)

 

2. Abbildung von Entscheidungs- und Verantwortlichkeitsmatrizen

  • projektbezogen (über Felder und Projektrollen)

  • organisationsweit über zentrale Rollen- und Verantwortungsobjekte(z. B. über ein Asset-Modell als Single Source of Truth)

Rollenbasierte Zuordnung erhöht Stabilität bei Personalwechseln und fördert Konsistenz.

 

3. Automatisierung von Entscheidungslogik

  • Automationen steuern den Entscheidungsfluss:

    • Eskalationen bei definierten Kriterien (z. B. Risiko, Budget, Zeit)

    • Approvals entlang klar definierter Rollen

    • Benachrichtigungen bei Statuswechseln oder Fristüberschreitungen

  • Standardisierte Erstellung von Entscheidungs-Vorgängen bei Bedarf(z. B. automatisch bei bestimmten Issue-Typen oder Feldwerten)

 

4. Nachvollziehbarkeit & Governance

Jira bildet die formale Entscheidung als steuerbaren Vorgang ab → Was wurde wann von wem entschieden – und mit welchem Ergebnis?

  • eindeutig referenzierbar (Issue-Key)

  • historisch nachvollziehbar (Statuswechsel, Feldänderungen, Kommentare)

  • klare Verantwortlichkeiten (Rollen, Approvals, Eskalationen)

  • revisionssicherer Audit-Trail

Confluence liefert den inhaltlichen Kontext und die Begründung → Warum wurde so entschieden – auf welcher Grundlage?

  • strukturierte Dokumentation von:

    • Entscheidungsrahmen und Zielsetzung

    • Optionen, Alternativen und Abwägungen

    • Entscheidungsgrundlagen (Daten, Risiken, Annahmen)

  • Versionierung, Autorenschaft und Änderungsverlauf

  • Verlinkung zur zugehörigen Decision-Issue in Jira


Fazit


Gute Entscheidungen entstehen nicht durch Zufall oder Tools allein, sondern durch eine bewusst gestaltete Entscheidungsarchitektur. Organisationen, die Entscheidungen strukturiert abbilden, gewinnen an Klarheit, Geschwindigkeit und Steuerungsfähigkeit. Atlassian bietet dafür den Rahmen – entscheidend bleibt jedoch die Klarheit über Entscheidungsräume, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsgrundlagen.

 

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