Atlassian Usage-Based Pricing 2026: Kosten & Änderungen

Atlassian erweitert sein Abrechnungsmodell. Ab dem 3. Dezember 2026 werden bestimmte Funktionen nicht mehr ausschließlich über die bestehenden Lizenzen abgedeckt, sondern zusätzlich anhand ihrer tatsächlichen Nutzung abgerechnet.
Betroffen sind insbesondere KI-Funktionen wie Rovo, Automatisierungen sowie weitere Funktionen der Atlassian Cloud.
Für Unternehmen bedeutet das nicht automatisch höhere Kosten. Allerdings wird es wichtiger, den tatsächlichen Verbrauch zu kennen und mögliche Zusatzkosten gezielt zu steuern.
Wir erklären, was sich ändert, welche Funktionen betroffen sind und worauf Administratoren und Lizenzverantwortliche achten sollten.

Was bedeutet Usage-Based Pricing bei Atlassian?
Bisher orientieren sich die Lizenzkosten für Jira, Confluence und Jira Service Management hauptsächlich an der Anzahl lizenzierter Benutzer und dem gewählten Tarif.
Dieses Modell bleibt bestehen.
Neu ist eine zusätzliche verbrauchsabhängige Abrechnung für bestimmte Funktionen.
Atlassian bezeichnet diese als Usage-Based Pricing.
Das Prinzip ist vergleichsweise einfach:
Bestehende Lizenzen bleiben erhalten. Die regulären Lizenzkosten werden weiterhin anhand des jeweiligen Tarifs berechnet.
Inklusivkontingente sind enthalten. Je nach Produkt, Tarif und Benutzeranzahl steht monatlich eine bestimmte Nutzungsmenge zur Verfügung.
Zusätzliche Nutzung kann kostenpflichtig werden. Wird das enthaltene Kontingent überschritten, können zusätzliche Gebühren entstehen, sofern die entsprechende Nutzung freigegeben ist.
Die Kontingente werden grundsätzlich auf Organisationsebene zusammengefasst und monatlich erneuert. Nicht genutzte Mengen werden nicht automatisch in den nächsten Monat übertragen.
Welche Atlassian-Funktionen sind betroffen?
Die Umstellung betrifft nicht jede Funktion innerhalb von Jira oder Confluence. Atlassian führt vielmehr unterschiedliche Verbrauchseinheiten für bestimmte Dienste ein.
Funktion | Was wird gemessen? |
Rovo und KI-Funktionen | KI-Nutzung anhand sogenannter Rovo Credits |
Atlassian Automation | Ausgeführte Schritte innerhalb von Automatisierungen |
Assets | Anzahl der verwalteten Assets-Objekte |
Bitbucket | Unter anderem Build-Minuten, Speicher und Datentransfer |
Customer Service Management | Eigenständig durch KI-Agenten gelöste Kundenanfragen |
Jeder dieser Bereiche besitzt ein eigenes Kontingent und eine separate Verbrauchserfassung. Die konkreten Freimengen und Preise hängen vom jeweiligen Produkt und Tarif ab.
1. Rovo und KI-Funktionen
Die Nutzung bestimmter KI-Funktionen wird künftig über sogenannte Rovo Credits gemessen.
Dabei unterscheidet Atlassian zwischen einfachen und rechenintensiveren KI-Aktionen.
Beispielsweise verbrauchen grundlegende Rovo-Chat-Anfragen im Schnellantwortmodus und einfache Rovo-Agenten jeweils 10 Credits pro Aufruf. Bei komplexeren Funktionen wie Deep Research oder dem Jira Coding Agent hängt der Verbrauch vom tatsächlichen Rechenaufwand ab.
Wichtig: Nicht jede KI-Funktion verursacht einen solchen Verbrauch. Eingebettete Funktionen wie Textzusammenfassungen oder Umformulierungen bleiben weiterhin ohne zusätzlichen Credit-Verbrauch nutzbar.
2. Atlassian Automation
Auch bei Automatisierungen ändert sich die Verbrauchserfassung.
Entscheidend ist künftig nicht mehr allein, wie häufig eine Automatisierungsregel ausgeführt wird. Stattdessen werden die einzelnen ausgeführten Schritte berücksichtigt, beispielsweise Bedingungen, Aktionen oder Verzweigungen.
Damit wird i.d.R. eine komplexe Automatisierung mehr Kontingent verbrauchen als eine einfache Regel.
Gerade Unternehmen mit umfangreichen Automatisierungen in Jira und Jira Service Management sollten deshalb prüfen, wie sich ihre bestehenden Regeln auf den neuen Verbrauch auswirken.
3. Assets, Bitbucket und KI-Agenten
Weitere Verbrauchseinheiten betreffen die Anzahl verwalteter Assets-Objekte, bestimmte Bitbucket-Ressourcen und eigenständig gelöste Serviceanfragen durch KI-Agenten.
Diese Bereiche sind vor allem für Unternehmen relevant, die Assets umfangreich einsetzen, Softwareentwicklung über Bitbucket betreiben oder KI-gestützte Serviceprozesse aufbauen.
Die jeweiligen Abrechnungsregeln und Einführungszeitpunkte sollten separat betrachtet werden.
Entstehen durch das neue Modell automatisch zusätzliche Kosten?
Nicht automatisch.
Die Einführung des Usage-Based Pricing bedeutet nicht, dass Unternehmen automatisch mehr bezahlen müssen.
Für die meisten kostenpflichtigen Cloud-Tarife stellt Atlassian monatliche Inklusivkontingente bereit.
Solange die tatsächliche Nutzung innerhalb dieser Kontingente bleibt, entstehen durch das neue Verbrauchsmodell keine zusätzlichen Gebühren.
Bei höherem Bedarf bestehen unterschiedliche Möglichkeiten: ein Tarifwechsel, der Kauf zusätzlicher Kontingente oder die verbrauchsabhängige Abrechnung über das enthaltene Kontingent hinaus.
Ein wichtiger Punkt dabei: Die zusätzliche Nutzung ist laut Atlassian standardmäßig aktiviert. Administratoren sollten deshalb die entsprechenden Einstellungen überprüfen, anstatt davon auszugehen, dass eine Überschreitung automatisch verhindert wird.
Wie können Unternehmen ihren Verbrauch und die Kosten kontrollieren?
Atlassian stellt dafür neue Funktionen in der zentralen Administration bereit.
Unter Atlassian Administration können Organisations- und Abrechnungsadministratoren über Nutzung → Nutzungstypen den Verbrauch einsehen und verwalten.
Dazu gehören insbesondere:
Verbrauchsübersicht: Welche Funktionen werden wie intensiv genutzt und wie viel Kontingent steht noch zur Verfügung?
Warnmeldungen: Benachrichtigungen bei 80 % und 100 % des Kontingents beziehungsweise festgelegter Limits.
Verbrauchslimits: Begrenzung der zusätzlichen Nutzung für einzelne Verbrauchsarten.
Kostenprognosen: Einschätzung des künftigen Bedarfs anhand bisheriger Nutzungsdaten.
Wird eine feste Nutzungsgrenze erreicht, kann die betroffene Funktion pausiert werden. Die übrigen Atlassian-Produkte bleiben grundsätzlich nutzbar.
Für Unternehmen ist deshalb nicht nur die Kostenkontrolle wichtig. Auch die Frage, welche Funktionen im laufenden Betrieb zwingend verfügbar sein müssen, sollte bei der Konfiguration berücksichtigt werden.
Was sollten Unternehmen jetzt tun?
Bis zur geplanten Umstellung am 3. Dezember 2026 bleibt Zeit, den eigenen Verbrauch zu prüfen und passende Einstellungen vorzunehmen.
Aus unserer Sicht sind vor allem vier Maßnahmen sinnvoll:
1. Aktuelle Nutzung prüfen
Welche KI-Funktionen und Automatisierungen werden bereits verwendet? Wie hoch ist der tatsächliche Verbrauch im Verhältnis zu den enthaltenen Kontingenten?
2. Automatisierungen überprüfen
Besonders häufig ausgeführte oder komplexe Regeln sollten genauer betrachtet werden. Unnötige Ausführungen und ineffiziente Regelstrukturen können künftig auch wirtschaftlich relevant werden.
3. Verantwortlichkeiten und Limits festlegen
Wer darf zusätzliche Nutzung freigeben? Sollen bestimmte Funktionen bei Erreichen des Kontingents pausiert werden oder ist ein unterbrechungsfreier Betrieb wichtiger?
4. Verbrauch regelmäßig kontrollieren
Gerade in den ersten Monaten nach der Umstellung empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle. So lassen sich steigender Bedarf und mögliche Zusatzkosten frühzeitig erkennen.
Wo werden Verbrauchslimits konfiguriert?
Die Verwaltung der Verbrauchslimits erfolgt zentral in der Atlassian Administration unter Nutzung → Nutzungstypen.
Dort können Organisationsadministratoren den aktuellen Verbrauch der einzelnen Funktionen einsehen und festlegen, ob eine kostenpflichtige Nutzung über die enthaltenen Kontingente hinaus erlaubt ist.
Die Konfiguration erfolgt in wenigen Schritten:
Organisation unter admin.atlassian.com auswählen.
Nutzung → Nutzungstypen öffnen.
Gewünschten Nutzungstyp auswählen, beispielsweise Rovo Credits oder Automation Steps.
Über Mehr Gutschriften erhalten die zusätzliche Nutzung deaktivieren oder begrenzen.
Wichtig: Die kostenpflichtige Mehrnutzung ist standardmäßig aktiviert. Unternehmen sollten diese Einstellung daher bewusst prüfen. Wird ein festgelegtes Verbrauchslimit erreicht, kann die betreffende Funktion bis zur nächsten Kontingenterneuerung eingeschränkt werden.
Weitere Details bietet die offizielle Atlassian-Dokumentation.
Fazit: Mehr Flexibilität und neue Anforderungen an die Kostenkontrolle
Mit dem Usage-Based Pricing erweitert Atlassian sein bisheriges Lizenzmodell um eine verbrauchsabhängige Abrechnung ausgewählter Funktionen. Unternehmen erhalten dadurch mehr Flexibilität bei der Nutzung, müssen sich gleichzeitig aber intensiver mit ihrem tatsächlichen Verbrauch und möglichen Zusatzkosten auseinandersetzen.
Die enthaltenen Freikontingente dürften für einen Teil der Anwendungsfälle zunächst ausreichend sein. Insbesondere bei umfangreichen Automatisierungen und einer intensiven Nutzung von KI-Funktionen empfiehlt es sich jedoch, die Entwicklung regelmäßig zu überprüfen.
Entscheidend ist eine transparente und planbare Nutzung. Unternehmen sollten daher frühzeitig ihre Verbrauchsdaten analysieren, Verantwortlichkeiten festlegen und bei Bedarf geeignete Limits konfigurieren. So lassen sich die zusätzlichen Möglichkeiten der Atlassian Cloud nutzen, ohne die Kontrolle über die laufenden Kosten zu verlieren.



